Creative Talk – 10 Fragen an die Designerin/Künstlerin Angelina – acid.works/art-confused

Angelina ist Künstlerin und Designerin. Sie vereint ihre Leidenschaften und designt die außergewöhnlichsten Turnbeutel, die du je gesehen hast. Da es von Angelina aber so einiges Interessantes gibt, möchte ich sie dir heute im Creative Talk vorstellen.

1) Du designst vorwiegend Turnbeutel, wie kam es dazu?

Unter dem Namen „acid.works“ stimmt es, das ich vorwiegend Turnbeutel gestalte, allerdings gab es lange davor schon den Namen „Art Confused“ über den ich 2010 ein Gewerbe anmeldete für Auftragsmalerei und Fotografie, meine Leidenschaft ist das Malen und gestalten, das tätowieren kam 2011 dazu und nach dem ich dann 2014 mit den Turnbeuteln anfing gab ich der ganze Sache einen eigenen Namen damit das ganze nicht zu „Confused“ wurde 🙂

Die Idee mit den Turnbeuteln kam, als ich mit eine paar Freunden ein kleines Festival organisierte,  Turnbeutel waren gerade sehr begehrt und ich wollte etwas das an das Festival erinnerte und da wir wenig Geld hatten und ich gern neues ausprobiere, habe ich mir einen großen Stempel geschnitzt mit dem ich die Beutel bedruckte. Nach dem Festival waren noch ziemlich viele unbedruckte Beutel übrig und der unterschied ob man nun eine weiße Leinwand oder einen weißen Turnbeutel vor sich liegen hat, ist nicht so groß, also fing ich an ein bisschen drauf rum zu malen, merkte schnell das es sehr viel Spaß machte und meine Freunde sich über ihre neuen Geschenke sehr freuten, also eröffnete ich meinen zweiten Dawanda Shop und der lief dann auch gleich ziemlich gut an, was natürlich sehr motivierte dran zu bleiben.

2) Deine Turnbeutel sind sehr kunstvoll und du beschäftigst dich auch mit der Malerei! Was bedeutet Kunst für dich?

Schön das ihr das so seht.  Kunst bzw. Kreativität macht einen Großteil meines Lebens aus. Künstlerisch zu sein bedeutet für mich im Fluss des Lebens mit zu fließen und eine ständige Auseinandersetzung mit mir selbst zu führen. Vieles dringt von außen in einen hinein dort arbeitet es, verwandelt sich in Emotionen und Bilder diese lass ich dann wieder frei in dem ich z.B. ein Bild male. Der Prozess kann sehr anstrengend sein, das kreative schaffen ist dann sehr intensiv, befreiend und besonders beim malen auch meditativ und führt immer zu Glücksgefühlen und einem freien, reflektierten Geist und der Prozess beginnt von vorne.

Abgesehen davon, ist es mir eine große Freude Menschen an „meiner Kunst“ teilhaben zu lassen, bunt macht Glücklich und die Weichheit des „mit fließens“ berührt Menschen und sie nehmen ein Stück davon in sich auf und tragen so etwas positives in die Welt.

3.)Wo sind deine Bilder und Turnbeutel erhältlich?

Bei mir im Laden in Wuppertal, über meine Homepage (aktuell in Arbeit), bei Dawanda und bei Etsy.

4.) Wo holst du dir deine Inspiration für all deine künstlerischen Arbeiten?

Aus allem was mein Leben so ausmacht. Ich versuche viel Zeit dort zu verbringen wo ich mich wohl fühle und das ist immer inspirierend, ganz besonders die Natur mit all ihren Facetten, Farben, Formen, Gesetzmäßigkeiten, aber auch kleine bunte Techno Festivals und Musik im allgemeinen.

Aber ich probiere auch gern mal Sachen aus die ich irgendwo anders gesehen habe, einfach weil sie schön sind und ich wissen möchte wie es sich anfühlt mit anderen Materialien zu arbeiten, vor kurzem habe ich mein erstes Mosaikbild gelegt und geklebt.

5.) Erzähl uns doch mal bitte etwas über deinen Arbeitsprozess!

Oben haben ich ja im Grunde den inneren Prozess schon erklärt 🙂 Der Äußere ist sehr unterschiedlich, wenn eine Idee lange „gereift“ ist, ist es oft wie eine Kurzschlussreaktion und ich lasse alles stehen und liegen und setzte mich sofort an die Arbeit, diesem Prozess geht meist eine Ruhephase oder ein intensives emotionales Erlebnis voraus in dem die Idee genügend Raum hat um entstehen zu können, beim malen sehr oft ,bei anderen Dingen, besonders wenn die Idee neu ist und ich sie zum ersten mal mache. Bei den Beuteln, z.B., nach dem der erste fertig war, kommt mein Kopf erst mal gar nicht mehr zur Ruhe und eine Idee nach der anderen kommt in mir hoch und will umgesetzt werden. Bei anderen Sachen muss ich natürlich erst mal Material besorgen und wenn ich dann alles zusammen habe freue ich mich wie ein Kind auf Weihnachten, endlich anfangen zu können. Meine Wohnung oder mein Kreativ/Arbeitsraum im Laden verwandelt sich in ein „buntes Schlachtfeld“ bis ich mich „ausgetobt“ habe und mich entspannt zurücklehnen und mich an meinem Werk erfreue, das können manchmal ein paar Stunden sein, manchmal Tage, hin und wieder zieht sich das auch über Wochen.

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6.) Gibt es einen Künstler, dessen Werke dir besonders gut gefallen?

Ja, Marc Ryden &Tim Burton  haben mir immer sehr gut gefallen, sie vereinen besonders gut das Schöne mit dem Düsteren und sind dabei sehr farbintensiv. Ich mochte immer gern diese Mischung, denn das Leben ist zwar wunderschön, kann aber auch grausam sein und beide schaffen es dem Finsteren durch Farben, Formen und Inhalt eine Schönheit zu verleihen. Abgesehen davon mag ich M.C. Escher und Salvador Dali gerne, das sind Bilder die mich schon seit meiner Kindheit begleiten.

7.) Das ART&BLING Team befasst sich nicht nur mit Kunst und Schmuck, sondern interessiert sich auch für das sogenannte Seelenbling. Darunter verstehen wir Momente, die unsere Augen zum Strahlen bringen. Momente der Gelassenheit, der Geborgenheit und vor allem Momente voller guter Laune und Spaß. Welcher Moment in deiner Kreativ-Karriere hat deine Augen zum Strahlen gebracht?

Das waren besonders in den letzten Jahren die kleinen bunten Techno Festivals mit viel Deko/ Kunst & Musik, mitten in der Natur. Dadurch entstand auch der Wunsch selbst so etwas auf die Beine zu stellen, was wir (ich mit Freunden) dann ja auch getan haben.

8.) Hast du einen Tipp für unsere Leser, wie sie motiviert an einer Sache dran bleiben?

Einfach machen! 🙂 ja ich weiß, das ist oft einfacher gesagt als getan, aber blockieren tun immer nur wir uns selbst. Es ist meist der eigene Kopf der zweifelt oder denkt „ich kann das doch eh nicht“ Wenn man aber einmal angefangen hat und sich auch nicht gleich wieder entmutigen lässt, weil nicht alles direkt so klappt wie man es sich vorstellt, dann wird man auch etwas erreichen.

Ich höre oft „ach ich würde auch gerne so malen können wie du“ aber in der Regel haben diese Menschen es noch nicht mal probiert und natürlich kann man nicht einfach malen/kreativ sein, auch das muss gelernt sein und das braucht Zeit und ganz besonders wichtig ist, Geduld (auch die kann man lernen) Außerdem sollte man die Messlatte nicht zu hoch setzten, sonst ist das scheitern vorprogrammiert, der Weg ist das Ziel, wer den Weg nicht gehen will, hat auch keinen Prozess und somit wird nichts entstehen können.

Ich vergleiche das gerne mit Bergsteigen, dein Ziel ist es auf die Spitze des Berges zu kommen, wenn du unten stehst, dann denkst du dir vielleicht, „da komm ich doch nie hoch“ oder „das ist viel zu anstrengend“ aber wenn du einfach mal los gehst, wirst auf deinem Weg ganz wundervolle Sachen entdecken. Und wenn du mal ein paar Meter runter purzelst, dann werden dir die Schritte beim nächsten mal viel besser gelingen da du das Stück des Weges bereits kennst. Und mach mal ne Pause wenn es anfängt zu anstrengend zu werden.

9.) Kann man deiner Meinung nach Kreativität lernen?

Ja natürlich, ich denke jeder Mensch hat kreatives Potential und in jedem von uns steckt auch mindesten ein Talent, man muss aber zuerst einmal heraus finden was einem liegt. Es bringt nichts wenn man unbedingt ein Instrument lernen will, aber überhaupt kein Taktgefühl hat. Wichtig ist dafür als erste mal in sich hinein zuhören und eine Richtung zu verfolgen, ganz egal wie viele Zweifel man hat oder was Andere sagen. Und dann ist es wie schon im vorigen Abschnitt beschrieben, Geduldig an einer Sache zu bleiben. Lernen ist immer etwas das Zeit braucht. Ich habe z.B. auch erst über die Jahre ein Gefühl dafür entwickelt welche Farben gut zusammen harmonieren, oder gelernt das gutes Material (z.B. qualitativ Hochwertige Pinsel und Farben) wichtig sind um ein gutes Ergebnis zu erzielen und mit dem „tun“ wird man auch erst begreifen was Kreativität bedeutet, mit der Zeit verknüpft sich alles miteinander. Das wichtigste ist wie schon gesagt, dran zu bleiben. Rückschritte gibt es in meinen Augen nicht, das ist aber eine Frage der Perspektive und an der kann man ebenso arbeiten.

Was übrigens auch unabdingbar ist um Kreativ zu sein, ist Ruhe. Erst wenn man zur Ruhe kommt können Ideen im Kopf entstehen. Oftmals ist aber das für viele Menschen ein Problem, der Alltag ist für uns alle ziemlich stressig und wenn man mal zur Ruhe kommt, kommen viele Gedanken hoch mit denen wir uns nicht auseinander setzten wollen, Stress in zwischenmenschlichen Beziehungen, Ängste, Sorgen etc. die sollten immer wieder abgebaut werden um Raum in uns zu schaffen, erst dann können neue Ideen entstehen und die innere Stimme gehört werden, die uns sagt was wir wirklich wollen. Ich gehe gern in der Natur spazieren, Meditiere und mache Yoga. Da muss aber jeder für sich selbst heraus finden, wie er/sie am besten zur Ruhe kommt, das hat dann auch noch den schönen Effekt das man ausgeglichener wird.

10.) Hast du schon berufliche Pläne für 2017?

Mir ist eigentlich am wichtigsten an den Dingen dran zu bleiben die ich gerne mache, Malen, Basteln, Nähen, Fotografieren, Tätowieren, mir Raum und Zeit nehmen um die Dinge in mir wachsen zu lassen. Ich möchte nochmal eine „Party“ organisieren, bei der ich mit meinen Freunden kreativ Arbeiten kann, einen „Raum“ erschaffen in dem Musik, Kunst und buntes Licht zusammen finden.

Ich werde im Mai auf der Tattoo Convention in Dortmund sein und dort arbeiten. Eine Ausstellung meiner Bilder würde ich gerne nochmal machen, da bin ich mir aber noch nicht sicher ob ich das zeitlich hinbekomme. Außerdem habe ich seit April 2015 einen eigenen Laden, der viel Zeit in Anspruch nimmt und der natürlich in gewisser Weise Vorrang hat.

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Viele weitere Werke und Turnbeutel könnt ihr euch unter acid.works, art-confused und sowohl im Etsy, als auch im Dawanda Shop genauer ansehen.

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